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Über das
Buch:
Gern besuche ich das Brodtener Ufer an der Ostsee bei fast jedem Wetter. Den starken Ostwind mag ich am liebsten, weil die See dann so lebendig ist. Es ist ein kleiner Strandabschnitt, der zwischen Niendorf/Ostsee und Travemünde liegt und unter Naturschutz steht. Die Steilküste ist bis zu 20 Meter hoch und bricht jährlich 50 cm bis 100 cm ab. Oft fallen dann auch Bäume mit hinunter. So verändert sich das Aussehen dieses Küstenabschnittes ständig. Er ist mit Steinen übersät, zwischen denen man Versteinerungen entdecken kann. Es war an einem frühen Sommertag, als ich wieder auf dem Weg an die See war, ich genoss die Sonne sehr, so dass ich mich auf einen Stein setzte und auf das Meer schaute. In meine Gedanken hinein vernahm ich plötzlich aus dem Plätschern der Wellen ein Lachen und Wispern und als ich mich auf die Wellen konzentrierte, die sich am Strand brachen, war mir, als würde ich kleine Gestalten erkennen. So ergab sich der erste Kontakt zu den Meerelfen. Nach
diesem
Erlebnis entstanden in meiner Fantasie so
nach
und nach bei meinen Wanderungen am Meer weitere Geschichten. Meerelfen sind Naturgeister mit durchscheinenden Flügeln, die im Licht in den verschiedensten Farben schimmern können, ähnlich wie die Libellenflügel. Sie sind verhältnismäßig klein, lebhaft und sehr verspielt. Aber sie besitzen auch eine unglaubliche Kraft und können bedingt Magie einsetzen. Sie schützen die Natur in ihrer Umgebung und kennen die Wirkung vieler Heilkräuter. Aufgeweckt und neugierig sind sie, was sie manchmal in Situationen bringt, die nicht gewollt sind. Da sie jedoch sehr hilfsbereit sind, gibt es immer wieder eine Lösung. Sie
lieben alles,
was glänzt und
funkelt, daher sind sie in einer großen perlmuttbeschichteten
Miesmuschel sitzend, die sie als Boot benutzen, gern auf dem Meer
unterwegs, wenn die Sonne scheint und das Wasser glitzert wie 1000
Sterne. Auch die Gischt und den Schaum, der am Strand liegen bleibt,
lieben sie, er sieht aus wie klare Glaskugeln, die in der Sonne in
den schönsten Regenbogenfarben schimmern. Übrigens,
mir war
nie klar, ob ich
beim ersten Kontakt vielleicht einfach nur geträumt habe. Aber
viele meiner Geschichten haben einen wahren Hintergrund und einiges
habe ich selbst erlebt. |
Buchumschlag |
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Eine Geschichte: Der
Einsiedlerkrebs
Bei strahlend blauem Himmel und Westwind hatte sich die Ostsee so weit zurückgezogen, dass die Küste einen großen grünen Streifen trug. Es waren Steine, die von Algen überwachsen waren und normalerweise im Wasser liegen. Kleine Seen im Sand zeugten davon, dass hier vor noch nicht all zu langer Zeit die Wellen des Meeres über den Strand gerollt waren. In diesem seichten Wasser fanden die Elfen einen Einsiedlerkrebs, der etwas konfus umher irrte und immer wieder schnaufend stehen blieb. „Na du, suchst du jemanden?“ fragte Lethe höflich und schaute neugierig zu, als der Krebs merkwürdige Verrenkungen mit seinen Beinen machte. „Was mach ich nur?“ antwortete das Tier, „ich bin in dieser Strandschnecke festgeklemmt und komme nicht mehr heraus und ein größeres Haus für mich ist auch nicht in Sicht!“ Verständnislos blickten die Elfen den
Einsiedlerkrebs an. Da erzählte der Einsiedlerkrebs von dem letzten Ostwind, der so eine leckere Mahlzeit für ihn in das flache Wasser gespült hatte, dass er sich mitten hineinsetzen konnte. Und dann hat er gefressen und gefressen und gefressen... Er hatte nur immer die Nahrung vor Augen gehabt und an nichts anderes gedacht. So hatte er tüchtig an Gewicht zugelegt und nun wurde es dringend Zeit, eine neue Wohnung zu suchen. „Schön wäre ein
Wellhornschneckenhaus“, meinte er, „aber hier finde ich keine.
Und ich muss ja auch irgendwie aus meinem jetzigen Heim herauskommen.
Ich fühle mich so eingeengt und überall zwickt es. Mit meinen
Scheren kann ich noch nicht einmal kratzen, wenn es am Rücken
juckt!“ „Du könntest doch im Meer nach einem größeren Schneckenhaus suchen“, schlug eine der Elfen vor, „wenn du eine hast, kann man ja immer noch überlegen, wie du aus dieser herausfindest“. „Ja, wenn es nur ginge“, der Einsiedlerkrebs war fast am Weinen, „aber ich habe so viel gefuttert, dass ich nur noch ein paar Schritte machen kann, dann bin ich schon vollkommen aus der Puste.“ „Ok“, entschied die praktische Aleja , „wir suchen nach einem größeren Schneckenhaus für dich und du überlegst dir inzwischen, wie du dich befreien kannst“. Und schon waren die Elfen im Wasser verschwunden. Der Einsiedlerkrebs
sah sich um:
Überall
so schöne Dinge zum Fressen! Inzwischen hatten die Elfen ein großes Wellhornschneckenhaus gefunden und es mit vereinten Kräften an den Strand gebracht. Als sie den Krebs sahen, kicherten sie los, aber als sie sein unglückliches Gesicht bemerkten, wurden sie wieder ernst. Mit vereinten Kräften
schoben
und
drückten sie ihn, einige zogen auch an seinen Beinen, aber erst, als
Thora den Krebs aus lauter Übermut kitzelte, fing dieser an, wie
verrückt mit allen Beinen und Scheren zu strampeln. Es gab einen
Ruck... und er war frei! „Ui, ist es gemütlich
hier....
und so
viel Platz! Da könnte ich doch glatt wieder.....“ „Ist ja schon gut.... und vielen Dank für eure Hilfe, ohne die ich hätte hungern müssen, tschüß ihr lieben Elfen!“ Mit einer seiner Scheren winkend verschwand er im Wasser..... |
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